Nur körperlich makellose Menschen haben Sex. Und sie sehen dabei gut aus. Die Frauen haben eine große und die Männer eine muskulöse Bust. Genitalen dürfen unter keinen Umständen zu sehen sein während des eigentlichen Aktes. Nur zwei perfekt weichgezeichnete Körper, die sich nach der immergleichen Choreographie zu passender Musik bewegen.

In dem Buch von Franziska Appel und Benjamin Schmidt geht es um anderen Sex. Es geht um schmutzigen Sex. Um guten Sex.
Alle Kurzgeschichten schildern erotischen Begegnungen. Von den ersten Erfahrungen eines Jugendlichen als Voyeur bis hin zu der Vorliebe von Zigarettenglut auf nackter Haut: die Menschen hier haben Genitalien, die sie auch einsetzen. Das geschieht in klarer Sprache ohne abgedroschene Synonyme, wird nie plump pornographisch und bleibt trotz drastischen Schilderungen stets erotisch.

Dass es stets immer auch Menschen mit Behinderungen sind, die ihre Lust leben – das ist irgendwie sekundär oder eher gar eine erotische Erweiterung.

Spätestens dann, wenn man atemlos liest, was ein Blinder mit seinen Glasaugen anstellt, erkennt man, dass ein alles andere als makelloser Leib vielleicht keinen Makel darstellt, sondern vielmehr ein unerwarteter Gewinn sein kann.
Es fliessen Körpersäfte und auch mal Tränen, und letzendlich wir wieder einmal mehr deutlich, dass Körper eben nichts weiter sind als Instrumente für das, was wirklich sexy ist: der Geist und die Emotionen darin.

Die schwarz-weißen Malereien von Franziska Appelt begleiten durch das ganze Buch und regen durch ihre Sinnlichkeit die Fantasie an.

Ich hatte großen Spaß beim Lesen und freue mich um so mehr, dass ich einen winzigen Beitrag zu dem Gesamtwerk leisten durfte in Form einer Bildbeschreibung für die Blindenfassung.

Wen es ebenfalls nach sommerlich heißer Lektüre gelüstet:

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