Ein Hahn kräht. Aus einer einzelnen Wolke fällt Regen und verdunstet schon im Fallen wieder. Ein Kind weint. Draußen bei den Schweinen schläft jemand, der da nicht hingehört.
Die Bretter, auf denen sie kniet sind staubig, und ihre Knie sind längst wund, und ihre Wunden bluten nicht.
Wie lange kann man beten bevor die Hoffnung durch die Bretter sickert wie Kuhpisse und in einem Boden verschwindet, der hungrig alles frisst.
Jedes Gebet eine Seifenblase, die gen Himmel steigt und zerplatzt bevor sie ihn erreicht.
Aus einer Brust, die noch nie die Sonne gesehen hat, tropft Milch. Niemand trinkt davon.
Jedes Gebet ein Nagel in einem hölzernen Sarg, in dem nichts liegt außer einem Preisschild.
Gras wächst. Das Getreide fault. Ein Kind weint.
Die Hornhaut auf ihren Füßen sieht aus wie das vernarbte Herz des Säufers, der bei den Schweinen liegt.
Oben ist die Welt blau wie Marias Kopftücher, unten ist sie schwarz wie die Sünden eines Söldners.
Die Suppe kocht auf dem Herd.
Fliegen bekrabbeln träge übriggebliebene Wände.
Irgendwo kräht immer ein Hahn. Irgendwo weint immer ein Kind.
Manchmal hilft es zu knien, bis die Knie blutig sind. Manchmal nicht.
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