Hast du Durst? Hast du Angst? Hast du zu wenig Worte um die Sorgen, die sich um deine Gedanken schnüren, wieder loszubinden?
Setz dich. Setz dich zu mir und trink aus dieser Tasse. Sie steht da schon seit Jahren bereit für dich, du hast sie nur niemals gesehen hinter dem Vorhang aus Verzweiflung und Vergangenheit.
Ich habe so was wie Kakao gekocht, mit Zimt und Zucker und einem Löffel Selbsterkenntnis, was recht bitter schmeckt, aber du weißt ja: Medizin ist immer bitter. Meine auch, darum vergesse ich nie den Zucker.
Ja, setz dich. So ist es gut. Trink einfach. Ich habe deine Worte. All die Worte, die dir fehlen, schau, hier sind sie.
Nein, erschrecke nicht vor meiner nackten Haut und meinen bloßgelegten Knochen, ich kleide mich nur längst nicht mehr in Lügen, auch wenn diese nett anzuschauen sind.
Jetzt entspannst du dich ein bisschen, und ich kann fühlen, wie deine eigenen Lügen von dir weichen wie Maden, die, ans Licht gezerrt, verdorren.
Ich mag es, wenn du nackt bist. Dann sehe ich dich schärfer und wie es in dir leuchtet, dort, wo du glaubst, es wäre dunkel.
Ja, nimm die Worte sanft entgegen, schau mir dabei nicht in die Augen, in denen heute Geister tanzen. Jedes Wort macht dich ein wenig wärmer. Jedes Wort ist wie ein neues Kleidungsstück.
Und wenn du weitergehst, dann sitzt dabei das kleinste von allen Worten auf deiner Schulter und flüstert freundlich mit dir, wenn du Angst hast.
Und wenn du Durst hast, komm wieder.
Ich koche immer Kakao und bei mir ist immer Sommer.
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