Schatten trinken, in Licht baden und sich in Nebel kleiden.
Mein Morgenritual ist unkompliziert. Es gehört noch eine Tasse voller scharfem Schwarz dazu und der Biss in eine süße Frucht. Dann strecke ich alle meine Glieder bis in die Unendlichkeit, gähne die erwachenden Sorgen an und falle dem Tag in seine ausgestreckten Arme.
Manchmal stolpere ich dabei und falle in den falschen Tag. Dann wird alles ein wenig seltsam. Einmal fiel ich bis ins übernächste Jahrhundert. Es war sehr heiß dort und die Menschen waren verschwunden, ansonsten hatte sich kaum etwas verändert.
Ich nahm vor lauter Schreck einen Drink an einer Strandbar, geführt von regenbogenbunt geschuppten Nixen. Sie zeigten sich wenig überrascht, mich zu sehen und erlaubten mir, mit einer Strähne meines Haars zu zahlen, was ich sicher irgendwann bitterlich bereuen werde. Vielleicht aber auch nicht.
Die Stimmung war gelöst und löste sich zusehends mit jedem weiteren Glas und erst recht, als eine Schar von sportlichen Satyren erschien, die durstig waren und ausgesprochen gut gelaunt, was sonst.
Danach wurde alles noch seltsamer, beinhaltete so etwas wie Beach-Volleyball, bei dem ständig gefault wurde, Diskussionen über unfähige Druiden-Politiker und die richtige Zubereitung von Schnullerblütentee, was beides gleichermaßen leidenschaftlich laute Gegner hatte.
Ich verstauchte mir den linken Daumen, blamierte mich beim Diskutieren und fiel vor lauter Lachen zurück ins richtige Jahrhundert.
Schatten trinken, in Licht baden und sich in Nebel kleiden. Jede Frau hat ihre Boudoir Geheimnisse.
Und wenn ihr einmal in dieser Zukunft landen solltet: Vergesst nicht eure Sonnenbrillen und betrinkt euch lieber nicht mit den Satyren.
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