Der Sturm ist auf der Durchreise. Seine Schritte sind schnell, sein Herz schlägt wild. Wenn er fort ist, wird die Welt nicht mehr die gleiche sein, auch wenn das niemand sehen wird, außer vielleicht den Kindern, den Irren und den Katzen.
Eigentlich bin ich nichts davon, auch wenn es Zeiten gibt, in denen ich mich wie eine Mischung aus allen dreien fühle. Meistens an einem Mittwoch, manchmal auch gestern, heute oder morgen. Das sind mitunter die besten und die schlechtesten Tage, gleichzeitig. Weil wundervoll und schrecklich genauso Händchen halten wie es Licht und Schatten tun.
Der Sturm weiß das, wie er alles weiß. Er schleudert seine Worte gegen Wände und Wintermäntel, und sein Lachen kitzelt Ohren, die vom Frühling träumen.
Ich hülle mich von Kopf bis Fuß in Unterwäsche aus wärmster Wolle, damit ich gegen seine kalte Hand gerüstet bin, und dann liege ich auf Plätzen herum, an die ich nicht gehöre und warte darauf, dass mich jemand streichelt, weil man einen weichen Pelz einfach streicheln muss. Das habe ich mir, wie ihr euch denken könnt, von den Katzen abgeschaut.
Sogar der Sturm hält freundlich inne, doch er zögert nach mir zu greifen, vielleicht weil er bereits gebissen wurde, von Dingen, die weich wirken, aber mehr als nur ein bisschen kratzig sind.
Bald wird er weiterziehen. Ich winke wie ein Kind, das alleine an einem Bahnhof steht.
Zum Glück gibt es jemanden, der mich selbst dann streichelt, wenn ich mal an einem Mittwoch irre bin.
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