Allein durchs Moor zu gehen ist, wie wir alle wissen, ein gefährliches Unterfangen. Manch einer kommt nicht mehr zurück, manch andere nur mit ergrautem Haar und irrem Blick.
Aber was die wenigsten nur wissen: Die, die nicht mehr zurückkommen, die bleiben aus freiem Willen.
Denn zwischen den gekrümmten Armen der geduckten Bäume und dem feuchten Bett aus Flechten wartet mehr als nur Wasser, das gefährlich ist.
Es warten die sirrenden Stimmen, die nur im Zwischenlicht erscheinen, und dir Geschichten erzählen, die du schon einmal gehört hast, damals, als du noch nicht wusstest, was Menschen sind.
Es warten zitternde Insektenflügel, die dir jede Träne von den Wangen wischen und so manche Falte noch dazu, die dein Menschenleben dir gegraben hat.
Es warten der Duft von Erde und Vergessenheit, von verschwundenen Jahren und zu Torf gebackenen Träumen.
Wenn du es nicht wagst, allein ins Moor zu gehen, dann gehe ich mit dir. Ich kenne alle Wege dort, auch die unsichtbaren, die unmöglichen und die unbegehbaren, die doch begehbar sind, wenn du nur weißt, wie.
Ich gehe mit dir, tief hinein, bis wir an den Ort kommen, der der deine ist. Die Luft wird schwer vom warmen Atem deiner Erleichterung, und wenn du deinen müden Körper auf weiche Gräser bettest, dann streichle ich dein schweißgesträhntes Haar, bis du fortgegangen bist.
Wir wissen nicht, ob du unter denen sein wirst, die zurückkommen. Und ob du dann noch immer du bist oder jemand, der das Moor für immer mit sich trägt.
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